Es gibt genug Gründe dabei zu sein!

Den Segen auf die Erde bringen –
ein Gebetstag für Deutschland

Beten für unser Land am 3. Oktober – ein für viele Christen ungewohnter Gedanke:
„Wieso eigentlich? Das ist doch kein kirchlicher Feiertag!“ Wir sind es eher gewohnt, in Gottesdiensten, bei Gebetstreffen und vielleicht auch mal auf Konferenzen für Deutschland zu beten. Oder während spezieller Aktionen wie der Allianzgebetswoche und „40 Tage beten und fasten für unser Land“. Den Buß- und Bettag, wo man noch am ehesten für Land und Volk beten konnte, haben die Politiker aus Ersparnisgründen (bis auf Sachsen) leichtfertig abgeschafft. Aber haben wir diesen Tag früher wirklich für das Gebet genutzt?


Axel Nehlsen

Woran liegt die christliche Zurückhaltung, den Tag der deutschen Einheit als Gebetstag zu gestalten? Eigentlich ist er doch ein Tag der Freude und der Dankbarkeit – ganz besonders gegenüber Gott, der unserem Land in den Jahren 1989 und 1990 auf so wunderbare Weise die Einheit in Freiheit und Frieden mit allen Nachbarn geschenkt hat! Darüber sind wir uns sicher einig, trotz aller Probleme und Kosten der Einheit! Was damals geschah, können wir nicht nur mit einer politischen und wirtschaftlichen Dynamik erklären. Die verbreitete Distanz der Christen zu diesem Tag liegt wahrscheinlich in einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber dem Staat begründet. Das ist verständlich. Wir haben als Deutsche ja auch schlechte Erfahrungen mit zwei Diktaturen im 20. Jahrhundert gemacht. Das Misstrauen gegenüber staatlicher Autorität hat gute Gründe. Die Trennung zwischen Kirche und Staat ist ein hohes Gut.

Aber umso mehr brauchen unser Land, die Politik und die Verantwortlichen, braucht der oft so anonyme Staat das Gebet und das Engagement der Christen! Gerade eine (gesunde) Unterscheidung zwischen Christengemeinde und Bürgergemeinde erfordert die Einmischung der Christen. Und diese Einmischung geschieht durch unser Gebet um Gottes Schutz und Segen, Erbarmen und Eingreifen, aber auch mit unserer praktischen Beteiligung durch bürgerschaftliches Engagement, durch Mitreden und Mitgestalten und durch politische Einflussnahme. Von daher ist der 3. Oktober geradezu eine Steilvorlage, sich positiv-kritisch in das Ergehen von Land und Volk, Politik und Gesellschaft einzumischen. Die vorrangige „Kompetenz“ der Christen ist das Gebet. Es ist eine Schnittstelle zwischen Himmel und Erde. Wenn wir beten, dann holen wir sozusagen die Kräfte, den Segen, die Korrekturen und die Weisheit Gottes herunter auf die Erde in unser Land. Durch seine Gemeinde und die einzelnen Christen als die „Agenten seines Reiches“ will Gott seine guten Absichten „down to earth“ bringen, erden, verbreiten, und die Gesellschaft wie Sauerteig mit seinen Werten durchdringen. Können wir uns dem entziehen?


3. Oktaber 2001: Gebetstag in Neufrankenroda

Natürlich sollte das nicht auf einen Feiertag beschränkt bleiben, sondern das ganze Jahr über immer wieder unser Beten bestimmen. Aber der 3. Oktober ist noch „frei“ von anderen Themen und kirchlichen Bedeutungen und wir können ihn „adoptieren“ als Gebetstag für unser Land und positiv mit Gebet „besetzen“. Und da er keine konfessionellen – und auch kaum politischen – Festlegungen hat, eignet er sich wunderbar als Gebetstag des ganzen Leibes Christi mit möglichst vielen Traditionen und Prägungen. Und er ist auch prädestiniert für Gebetsevents auf regionaler Ebene, da er die Einheit schon im Namen trägt.

In den letzten Jahren gab es eine Reihe von Ansätzen und Erfahrungen, die anregen können, etwas Eigenes und Kreatives vor Ort zu entwickeln. Bekannt geworden sind die von Lob und Dank bestimmten Gebetstage in Neufrankenroda bei Gotha im geografischen Herz Deutschlands. Hier begeht die Geistliche Gemeinde-Erneuerung in der EKD (GGE) zusammen mit der Familienkommunität Siloah seit Jahren zentrale Gebetstage. Auch die Adoramus-Gemeinschaft in Württemberg rief schon mehrfach zum Gebet am 3. Oktober auf. In Frankfurt am Main veranstaltet die Evangelische Allianz jährlich ein öffentliches Gebet vor dem Rathaus auf dem Römer. In Berlin hat die Evangelische Allianz zusammen mit dem Netzwerk Gemeinsam für Berlin (GfB) Anfang des Jahrtausends zweimal Gebetstage am 3. Oktober gestaltet.

Daraus entwickelte sich dann ein erweitertes Modell, das auch Christen aus Migrationskirchen einbezieht: „People praise and pray – Interkulturell Gott loben und beten/Gemeinsam für unsere Nation – Intercultural worship and prayer“. Unter diesem Motto fand in der Hauptstadt am 3. Oktober 2007 eine achtstündige Veranstaltung mit Gebet und Lobpreis für Deutschland statt. Ein wesentlicher Gebetsschwerpunktpunkt war das Potential der Migrationskirchen und ein geistlich befruchtendes Miteinander von Deutschen und Zuwanderern. An der Gestaltung beteiligt waren Koreaner, Afrikaner, Osteuropäer und Deutsche. In den Pausen war Gelegenheit zur interkulturellen Begegnung bei „Speisen mit Migrationshintergrund“.

Es gibt also Gründe genug, den 3. Oktober als Gebetstag für unser Land zu nutzen. Auch Material und Modelle sind vorhanden. Verschiedene christliche Zeitschriften haben das Thema aufgegriffen. An Anregung dürfte also kein Mangel sein.

Fangen wir also an, vielleicht zunächst im Kleinen, den 3. Oktober zu nutzen. Nutzen wir den Tag der Einheit zum Gebet in Einheit. Beten wir Gottes gute und zu Recht bringende Absichten und Werte hinein in die Bereiche unserer Gesellschaft und Politik. Fangen wir mit den Anliegen vor Ort auf kommunaler Ebene an und gehen dann weiter zu den Themen des Bundeslandes und unserer Nation. Überziehen wir unsere Städte und Dörfer, die Regionen und die Nation mehr und mehr mit Gebet, damit Gottes Reich auch bei uns wächst!

Axel Nehlsen

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